„WELTMEISTER. MADE IN GERMANY“.
Mittelständische Unternehmen als Weltmarktführer:
Fakten und Überzeugungen
Im Herbst 2008 starteten die VDI nachrichten ihre ,Straße der Weltmeister‘ als
Datenbank im Internet. Inzwischen sind dort gut 500 mittelständische
Unternehmen, die in ihrem Bereich Weltmarktführer sind, registriert. Auf sie
richtete sich die vorliegende Studie:
Zu dieser Studie
Im Mai 2009 wurde eine repräsentative Stichprobe von 103 dieser Unternehmen
von IRES telefonisch interviewt. Gesprächspartner waren 31 Unternehmer/
Teilhaber/Gesellschafter, 41 Geschäftsführer/Vorstände sowie 31 weitere
Führungskräfte.
Sieben IRES-Folgerungen
1.
Ist die innovative technologische Alleinstellung die Grundlage der
Marktführerschaft mittelständischer ,Weltmeister‘, so das Engagement ihrer
Mitarbeiter der Schlüssel für die Sicherung der errungenen Position.
2.
Das Engagement der Mitarbeiter kann sich bei flachen Hierarchien und
kurzen Entscheidungswegen wirksam entfalten. Es wird durch das Vorbild
der Führungsspitze – harmonisches Zusammenwirken, Offenheit gegenüber
der Belegschaft – emotional gefestigt.
3.
Führungsspitze und engagierte Mitarbeiter sind persönlich nah am Kunden.
Zuhören können, Vorausdenken und individuelle Betreuung führen zu
Partnerschaft und Langzeitbindung.
4.
Durch die zentrale Bedeutung der Mitarbeiter auch für die Kundenbindung
ist die — trotz der sich verändernden Arbeitsmarktlage — konstatierte
Schwierigkeit, top-qualifiziertes Personal zu finden, ein Kernproblem, das
es zu lösen gilt.
5.
Im Wettbewerb stehen die mittelständischen ,Weltmeister‘ oft mit
größeren, finanzstärkeren Unternehmen. Deren Plus hinsichtlich
Kostenmanagement, Marketing und Vertrieb wird registriert und erfordert
entsprechendes Gegenhalten.
6.
In der Region verankert und in der Welt zu Hause: Das intensive
internationale Agieren der Unternehmen hat sein Fundament in der
Identifikation mit dem Heimatstandort und im dort gepflegten
gesellschaftlichen Engagement.
7.
Durch ihre „spitze“ Angebotspezialisierung und deren hohes technologisches
Niveau sind die meisten mittelständischen ,Weltmeister‘ von der gegen-
wärtigen Wirtschaftslage nur in Maßen betroffen. Ihre ausgeprägte
Zuversicht, sie erfolgreich zu durchstehen, ist ein positives Signal in
schwieriger Zeit.
Beschließen wir diese Übersicht mit einer Erkenntnis, die verdeutlicht, wie die
meisten Führungspersönlichkeiten dieser Unternehmen gewissermaßen „ticken“:
Unternehmensberater-„Sprech“ mögen sie durchaus kennen, ist ihnen als eigenes
Vokabular aber eher fremd — sehr selten sprachen sie in den Interviews von
„CRM“, „scorecards“, „tools“ und dergleichen. Man orientiert sich mehr an der
beruflichen Lebenswirklichkeit, als an ihren Abstraktionen.