KEINE LUST AUF WECHSEL:
INGENIEURE SIND ZUFRIEDEN
Unternehmen, die Ingenieure suchen, müssen aktuell alle Register ziehen.
Die Wechselbereitschaft der Ingenieure ist so niedrig wie seit Jahren nicht
mehr, zugleich sind die Ansprüche an eine neue Arbeitsstelle und einen
neuen Arbeitgeber weiter gestiegen.
Unsere zum dritten Mal im Zweijahresrhythmus durchgeführte Stellenwechsler-
Studie im Auftrag der VDI nachrichten enthält einige Überraschungen. So sind
Selbstbewusstsein und Zufriedenheit der Ingenieure mit ihrer Situation trotz der
Wirtschaftskrise noch weiter gestiegen. Während 2006 erst 42% der Ingenieure die
Arbeitsmarktlage für ihren Berufsstand als sehr gut oder gut bezeichneten, stieg
der Anteil 2008 auf 71% und verbesserte sich zum Jahresende 2010 noch einmal auf
74%.
Auf den tiefsten Wert seit 2006 ist die Bereitschaft gesunken, seinen Arbeitgeber
in den nächsten drei Jahren zu verlassen. Im Vergleich zu 2008 sank der Anteil der
Wechselwilligen von 24 auf nur noch 17%. Ganz offensichtlich honorieren die
Ingenieure das Bemühen der Unternehmen, auch in der Wirtschaftskrise ihre
Belegschaften zu halten und ohne Kündigungen auszukommen.
Das zeigt sich auch in einem weiteren Wert. 71% der Ingenieure sagen, dass sie
deutlich die Wertschätzung ihres Arbeitgebers spüren. Die für Bewerber ent-
spannte Arbeitsmarktlage hat zugleich dazu geführt, dass die Mobilitätsbereit-
schaft der Ingenieure weiter gesunken ist. Bezeichneten sich 2006 noch 54% der
Ingenieure als weitgehend oder eingeschränkt mobil, waren dies Ende 2010 nur
noch 40%.
Dabei unterscheidet sich die Wechselbereitschaft aber stark nach dem Alter. Von
den Berufsstartern bezeichnen sich 78% als mobil. Die Ansprüche der wechsel-
bereiten Ingenieure gegenüber ihrem künftigen Arbeitgeber sind laut Studie aber
weiter gewachsen. So hat ihr Wunsch nach einem höheren Einkommen zuge-
nommen — dieses Verlangen ist aber allein nicht entscheidend. Stellenwechsler
legen noch mehr Wert auf eigenverantwortliches Arbeiten und ein gutes
Betriebsklima. Stark zugenommen haben Entscheidungskriterien wie die
Organisationsstruktur eines Unternehmens, die betriebliche Altersversorgung und
das Renommee des Unter-nehmens. Weiterhin geringe Bedeutung hat dagegen die
viel beschworene Internationalität von Unternehmen und Aufgaben.